Erläuterung der Gruppensitzungen

In den Gruppensitzungen stehen neue Begegnungen, Wissensaustausch und der Austausch von Methoden für eine intelligente und nachhaltige grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Fachleute und Einwohner aus den Grenzregionen berichten anhand inspirierender Beispiele aus der Praxis, welche Chancen sie auf der jeweils anderen Seite der Grenze ergriffen haben. Welche Möglichkeiten haben sie gesehen, welche Lösungen wurden entwickelt? Darüber hinaus können Sie sich mit ihnen über Ihre Herausforderungen austauschen.

Die Gruppensitzungen werden in zwei Runden angeboten. Sie können pro Runde an einer Gruppensitzung teilnehmen. Es werden folgende Gruppensitzungen angeboten:

1. Arbeitsvermittlung: Arbeiten ohne Grenzen

Bei der Arbeits- oder Praktikumsplatzsuche auf der anderen Seite der Grenze ist für Arbeitssuchende in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland Hilfe von beiden Seiten der Grenze unentbehrlich. Deshalb wird die Zusammenarbeit zwischen Arbeitsvermittlungsstellen beiderseits der Grenze, an der sich sowohl Behörden als auch kommerzielle Anbieter beteiligen, immer intensiver. Im Workshop präsentieren Fachleute erfolgreiche Arbeitsvermittlungsprojekte.

2. Nachbarsprache und -kultur: Sprechen Sie Ihre Nachbarsprache

Viele Schüler und Studierende wohnen und arbeiten nach ihrer Ausbildung bzw. ihrem Studium weiterhin in ihrer Heimatregion. Dies gilt auch für die Grenzregionen. Wenn sie die Nachbarsprache gut beherrschen und die (Arbeits-)Kultur des Nachbarlandes kennen, können Schüler und Studierende von den Chancen, die ihnen die grenzüberschreitende Region bietet, optimal profitieren. Im Workshop präsentieren Fachleute aus dem Bildungswesen, wie sie erreichen, dass Schüler ein besseres Verständnis für die (Arbeits-)Kultur in Nachbarländern entwickeln und eine Nachbarsprache besser beherrschen lernen.

3. Anerkennung von Abschlüssen: 3 Länder, 1 Abschluss

Für Absolventen des berufsbildenden Sekundarunterrichts der Oberstufe eröffnen sich direkt auf der anderen Seite der Grenze vielfältige Beschäftigungschancen. Arbeitgebern erschwert die Unkenntnis des Bildungssystems manchmal die Einschätzung, ob ein Arbeitssuchender aus einem Nachbarland qualifiziert ist. Für reglementierte Berufe gilt, dass zuerst eine Anerkennung des Abschlusses durch das Nachbarland erfolgen muss. Dies ist oft zeitaufwendig und kostspielig. Außerdem sind manche Ausbildungsgänge nicht auf alle beruflichen Anforderungen abgestimmt, die auf der anderen Seite der Grenze gelten. Im Workshop berichten Fachleute, wie sie für eine bessere gegenseitige Abstimmung der Ausbildungsgänge und Berufsanforderungen sorgen.

4. Bereitstellung von Informationen für Arbeitssuchende: eine schlüssige Struktur in greifbarer Nähe

Bei der Suche und Annahme eines Arbeitsplatzes jenseits der Grenze sind gute Informationen über die Konsequenzen des Arbeitens im einen und des Wohnens im anderen Land von entscheidender Bedeutung. Deshalb wird intensiv an einer schlüssigen Struktur für digitale und persönliche Dienstleistungen der Grenzinfopunkte für Arbeitssuchende gearbeitet. Im vergangenen Jahr wurden neue Informationsschalter eröffnet und das Dienstleistungsangebot erweitert. Zusammenarbeit, gemeinsames Branding und Dienstleistungsqualität sind die Schlüsselwörter. Dies gilt auf der Ebene der Grenzinfopunkte, aber auch für die Wechselwirkung mit den Behörden auf nationaler Ebene, wo in vielen Fällen das Backoffice angesiedelt ist. Im Workshop berichten Fachleute, welche Lösungen sie entwickelt haben und in der Praxis einsetzen.

5. Unternehmertum und Bereitstellung von Informationen für Firmen: grenzenlose unternehmerische Tätigkeit

Für Unternehmer in der Grenzregion sind Nachbarländer potenzielle Absatzmärkte. Es besteht Bedarf an schlüssigen und übersichtlichen Informationsangeboten für Unternehmer, die beabsichtigen, ihre Produkte auch im angrenzenden Nachbarland anzubieten. Auch ein gutes Netzwerk auf beiden Seiten der Grenze ist für die Ermöglichung einer erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit hilfreich. Im Workshop berichten Unternehmer, wie sie den Sprung über die Grenze geschafft haben, gehen Dienstleister für kleine und mittlere Unternehmen auf ihre unterstützende Rolle ein und Sie können sich mit ihnen über diese Themen austauschen.

6A.   Einstieg ins Eurolab: vom Hindernis zur Lösung

Wie schafft man es, als Unternehmer oder Wissenseinrichtung in einem Grenzgebiet die Chancen auf der anderen Seite der Grenze zu ergreifen und nicht an den Hindernissen zu scheitern, die eine Landesgrenze manchmal aufwirft? Zum Erreichen dieses Ziels arbeiten im City Deal Eurolab niederländische, deutsche und belgische Städte aus der Euregio Maas-Rhein mit privaten Beteiligten, Wissenseinrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen. Bei einem Eurolab-Treffen analysieren alle beteiligten Akteure die grenzüberschreitende Chance oder Herausforderung und entwickeln dafür konkrete Lösungen und Aktionen. Im Workshop lernen Sie anhand eines konkreten Falls die Arbeitsweise des Eurolabs kennen.

6B.    Der Arbeitsmarkt an der Grenze mit Grenzhindernissen und ohne

Wenn es gelingt, Grenzhindernisse zu beseitigen, sind in der niederländischen Grenzregion mehr Beschäftigung und höhere Löhne möglich. Dies geht aus der Studie „De arbeidsmarkt aan de grens met en zonder grensbelemmeringen“ (Der Arbeitsmarkt an der Grenze mit Grenzhindernissen und ohne) des Beratungsorgans der niederländischen Regierung in Wirtschafts- und Finanzfragen Centraal Planbureau (CPB) hervor. Wie groß ist der Nutzen und wo entfaltet er sich hauptsächlich? Welche Empfehlungen erteilt das CPB für die konkrete Arbeit an diesem Ziel? Dies wird im Workshop von Mitarbeitern des CPB erläutert.